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Acoustic Gamblers

Plakat ohne Termin

 

Für die wenigen Gäste ein Gewinn

Im "Adler" spielten die Acoustic Gamblers ihre schöne, handgemachte Musik am Samstag in einen fast leeren Saal. Das eintrittsfreie Konzert der Balinger Band lockte kaum Gäste an - und war trotzdem ein Gewinn.

Die Acoustic Gamblers gewannen mit einem tollen Konzert im Meidelstetter Adler neue Fans hinzu.

"Wenn's nix kostet, ist's auch nichts"- denken so vielleicht die Musikfreunde, die die Meidelstetter Kulturkneipe in der Regel dankbar besuchen? Gegen Eintritt natürlich - denn was gut ist, darf auch ruhig die Geldbörse belasten. Am Samstag aber spielten ein paar virtuose Jungs aus Balingen für lau, und keiner kam! Keiner? Naja, immerhin eine gute Hand voll vorurteilsloser Musikfans verteilte sich recht unauffällig im Adler-Saal und harrte der Dinge, die da kommen sollten. Die Acoustic Gamblers hatten die Bühne mit allerlei vielversprechenden Instrumenten bestückt: Gitarren, Mandoline, Geige, Banjo und Bouzuki, Bass, Bluesharp, Akkordeon und Cajon zählen zur musikalischen Ausrüstung der vier Balinger. Am Samstag erweiterten sie damit ihre Fangemeinde um alle anwesenden Adler-Gäste.

Aus dem etwas holprigen Beginn der Band, die gegen eine fast geisterhafte Leere spielten musste, und aus dem zunächst eher höflichen Applaus des kleinen Publikums wurde dann aber doch sehr schnell ein runder Musikgenuss mit ehrlich aufhorchenden Gästen und begeisterten Zuhörern. Saitenbetont und gesangsstark breiteten die Acoustic Gamblers ihre musikalischen Geschichten aus - die allermeisten davon selbst geschrieben, durchweg alle spannend arrangiert und abwechslungsreich instrumentiert.

Es mischen sich Einflüsse aus Folk und Pop, Rock und Blues in den ebenso eingängigen wie dynamischen Stücken der Balinger Band, die ihr Songwriting mit magischen Rhythmen, schönen Hooklines und poetischen Texten komplettiert. Mancher Song reißt einen mit wie ein derbes, irisches Trinklied, ein anderer wieder lädt melodiös dazu ein, mit geschlossenen Augen auf Reisen zu gehen. Unter allem liegt die von Peter Völkle mit Verve und Vehemenz gespielte Akustikgitarre, das einfühlsame Cajon-Trommeln von Michel Damm, dies wiederum abgerundet durch die Akzente von Bernd Schmid an Bluesharp, Mandoline und Bass, und Eugen Sailer an Geige, Bouzuki, Banjo und Akkordeon. Mehrstimmiger Gesang setzte mehr als nur einem Song des Quartetts ein kleines Krönchen auf.

Im Rhythmus von fallendem Regen überrascht der Song "Born in clouds" mit gefühlvoller Virtuosität und Poesie, das Stück "Once in a Lifetime" wiederum fesselt mit dem perfekten und wunderschönen Zusammenspiel zweier Gitarren und seinem ausdrucksstarken Gesang. Als Zuhörer kann man sich fallen lassen wie der Regentropfen, der sich aus einer Wolke löst, oder gemeinsam mit den Musikern davon träumen, einmal im Leben die Regeln zu brechen. Das Quartett bringt einfach eine mitreißende Qualität mit - was es im zweiten Set auch merklich lockerer und spielfreudiger unter Beweis stellte.

Das traditional "Deep River Blues" ist eines der wenigen gecoverten Stücke, die die "Gamblers" auf die Bühne bringen, ein weiterer Coversong stammt von Calvin Russell: Mit dem lyrischen und melancholischen Titel "Crossroads" schlugen die Acoustic Gamblers die wenigen Adler-Gäste endgültig in ihren Bann.

Und so war es denn auch kein höflicher, sondern ein ehrlich begeisterter Applaus, mit dem diese wenigen schließlich Zugabe forderten. Leider gibt's von der Band noch keine CD. Die Zugabe freilich wurde bereitwillig gewährt.